Maja Hedinger

Präsidentin im Interview: «Wir geben Nachwuchshoffnungen eine Plattform»

Zu Beginn der Playouts zieht unsere Präsidentin Maja Hedinger eine erste Saisonbilanz. Sie freut sich über die Entwicklung einzelner Spielerinnen und erklärt das Ziel von Raiffeisen Volley Toggenburg auch mit Blick in die Zukunft. Sie spricht über Veränderungen in der Betreuung von den Kids bis zu den U23-Spielerinnen und ist dankbar für die gute Zusammenarbeit in der Toggenburger Volleyball Familie.

Maja, welche Bilanz ziehst du in der Saison 25/26?
Wir sind mit dem Ziel in diese Saison gestartet, als Nachwuchsverein jungen Schweizer Spielerinnen in der NLA eine Chance zu geben und sie an das Niveau mit gezielter Ausbildung im taktischen und technischen Bereich und mit Spielpraxis, in der man auch Fehler machen darf, heranzuführen. Wenn wir schauen, wie sich die Spielerinnen in den letzten Monaten entwickelt haben, sind wir zufrieden. Wir hatten teilweise bis zu drei Spielerinnen aus den eigenen Ausbildungsreihen auf dem Feld, zwei praktisch permanent. Nicht vergessen darf man, dass wir in dieser Saison auch Spielerinnen, die sich letzte Saison noch für eine Operation entscheiden mussten oder nach einem Unfall gleich zu Beginn der Saison wieder in den Sport zurückgeholt haben, und sie nun seit Ende Dezember regelmässig im Einsatz stehen.

Dem NLA-Team gelang es selten zu punkten. Mussten man damit rechnen?
Rein resultatmässig, wenn man auf den Punktestand schaut, wurde das Team für seine Leistungen nicht belohnt. Die individuellen Fortschritte konnten im Kollektiv nicht umgesetzt werden. In mehreren Spielen hat das junge Team ein Punktegewinn am Ende noch knapp vergeben, des letzte Beispiel war der Satzball im vierten Satz im Heimspiel gegen Genf, der nach einem umstrittenen Punkt noch mit 24:26 abgegeben werden musste. Da fehlte auch das Wettkampfglück. Über die ganze Saison konnten wir die notwendige Konstanz nicht halten. Klar, das ist frustrierend, wenn es am Ende dann doch nicht klappt, und das braucht auch Verständnis bei den Fans und bei unseren Sponsoren. Die teilweise Enttäuschung können wir nicht aus der Welt schaffen. Wir sind aber weiterhin davon überzeugt, dass unsere Vision und unser Plan für die Zukunft mit unseren klar limitierten Ressourcen das Richtige ist.

Wie bist du mit den übrigen Teams zufrieden?
Die Durchlässigkeit unserer ebenfalls sehr jungen Teams in der 1. Liga und 2. Liga hat besonders viel Kommunikation und Gespräche erfordert. Auch wenn es noch schwierig wird in den nächsten Spielen, sieht es so aus, dass wir bei beiden den Ligaerhalt noch schaffen können. Das wäre ein Erfolg und nicht selbstverständlich.

Wie geht es weiter?
Wir werden die letzten Monate analysieren und schauen, an welchen Stellschrauben wir drehen können. Aktuell sind wir mit unseren Berufstrainern im Gespräch und definieren mit ihnen die Rahmenbedingungen für eine weitere Zusammenarbeit auch in Kombination mit dem geplanten regionalen Leistungszentrum Toggenburg. Wir arbeiten aktuell intensiv an einem neuen Trainings- und Hallenplan und an neuen Trainingsgruppen für die Juniorinnen. Wir wollen auch in der Betreuung der Kids und Minis (U14, U16) einen Schritt vorwärts machen. Hierzu führen wir erste Gespräche. Die nächsten Wochen werden intensiv, um die neue Saison zu planen.

Was bewegt dich am meisten?
Wir sind nachwievor ein kleines Team, das den Club führt und wir können in ganz verschiedenen Funktionen Hilfe gebrauchen. Die Belastung Einzelner ist gross, sehr gross. Das betrifft organisatorische Dinge, die Unterstützung im Meisterschaftsbetrieb und die Mitarbeit in verschiedenen Ressorts.

Was freut dich am meisten?
Ich freue mich, mit Menschen zusammenarbeiten zu können, die alle vom Volleyball infiziert sind, auch wenn die Belastung für mich und auch andere sehr hoch ist. Ich freue mich auch, Neues aufzubauen und neue Wege mit Gleichgesinnten zu gehen, damit wir nicht stehen bleiben und die Bedürfnisse von Seiten Verband, Spielerinnen, Eltern, Coaches, Fans, Sponsoren und Partnern unter einen Hut bringen können. Allen Mitgliedern im Vorstand und in der Geschäftsleitung, allen Trainerinnen und Trainern sowie allen Helferinnen und Helfern gilt mein besonderer Dank.

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