NLA - vs. VFM

NLA punktet im Hexenkessel von VFM

Raiffeisen Volley Toggenburg holt sich in einem dramatischen Spiel den ersten und zweiten Satz auswärts bei Volleyball Franches-Montagnes (VFM), muss sich im Tiebreak nur ganz knapp mit 13:15 beugen.

Toggenburg steigert sich im vierten Spiel der Meisterschaft noch einmal und setzt das sechstplatzierte Team von Franches-Montagnes mit einer 2:0 Satzführung mächtig unter Druck. Das Heimteam konnte sich im dritten und vierten Durchgang fangen, wobei die Wattwilerinnen für ziemliche Aufregung in Saignelégier sorgten. Im Entscheidungssatz kam es zu einem dramatischen Schlagabtausch. Head-Coach Eraldo Buonavita zum Match: «Wir konnten uns weiter steigern im Vergleich zum letzten Match und haben hier einen äusserst beherzten Auftritt hingelegt. Wir konnten das Heimteam phasenweise gar dominieren. Klar, hätten wir auch gewinnen können, aber ich bin dennoch sehr stolz auf das Team. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg.»

Toggi reagiert bravourös
Raiffeisen Volley Toggenburg kommt gut ins Spiel. Verteidigt gut und setzt das Heimteam von Beginn weg unter Druck. Gute Verteidigung und beherzte Angriffe setzen eine 11:8 Führung für die Gäste ab. Etwas zögerlich im Angriff und beim Service, unnötige Eigenfehler und Angriffe über die Mitte des Gegners verwandeln den Vorsprung in einen Rückstand von 16:22. Dann holt Toggi zur Gegenoffensive aus, was bei 20:22 ein Time-out bei VFM provoziert. Das Heimteam wankt und Angriffe landen im Out oder werden von spektakulären Saves der Gäste zunichte gemacht. 23:23 fordert das zweite Time-Out für VFM. Ein Blockout bringt den ersten Satzball für VFM. Ein Servicefehler hält Toggi aber mit 24:24 im Spiel, wobei die Gäste in der Folge gleich den ersten Satzball verwerten können und in der Moneytime Moral beweisen.

Bester Satz bis anhin
Raiffeisen Volley Toggenburg hält den Druck konstant hoch, das provoziert Fehler beim Heimteam. Maia Rackel, die Aussenangreiferin, punktet praktisch aus allen Lagen. VFM versucht den guten Lauf bei 11:6 für Wattwil mit dem ersten Time-out zu brechen. Doch es geht weiter im Text. Schöner Aufbau, konsequente Abschlüsse, starke Defense-Leistung und erste Blockpunkte reichen für den satten Vorsprung mit 14:6. Die Wattwilerinnen holen jeden Ball, das Gegenüber beginnt langsam zu verzweifeln. Droht ein 2:0 Satzrückstand? Das ist deine eindrückliche Demo von Toggi auswärts. Das Momentum ist definitiv bei Toggi. VFM hadert. Jetzt heisst es, mutig bleiben und durchziehen. Nun folgen auch Punkte über den Hinterraum und die Mitte. Immer wieder zeigt Maia Rackel ihre Cleverness, aber auch Ema Stikic und Josefine Oines punkten. Toggi kann das Spiel sauber aufbauen und geschickt die Angriffswellen kreieren. Bei VFM herrscht Hektik pur, das hat sich der Club nach dem Europa-Cup Einsatz in dieser Woche sicher anders vorgestellt. Laura Gassmann mit Druck am Service und Jil Joos gestaltet das Spiel souverän zum 23:17. Den zweiten Satzball verwandeln die Toggenburgerinnen zum 25:19.

VFM macht Druck
Toggi bleibt während der grossen Pause in der Halle, will die positive Energie mitnehmen und nicht in der Garderobe erstarren. So spielt Toggi sein Ding weiter, geht auf 9:5 in Führung. Das Spiel wird nun ausgeglichener und auf beiden Seiten schleichen sich Flüchtigkeitsfehler ein. Mit einem Servicewinner gleicht VFM zum 12:12 erstmals im dritten Durchgang aus. Jetzt wirkt Toggi bei den Entscheidungen weniger beherzt und zögerlich. Das lässt das Heimteam Hoffnung schöpfen und auf 12:14 stellen. Findet Toggi nach dem ersten Time-Out zurück auf die Erfolgsspur? Nein, es gelingt nicht. VFM serviert clever und stellt den Block deutlich besser, spielt auch vermehrt über die grossen Mittespielerinnen und holt sich so den dritten Durchgang mit 17:25.

Aufholjagd zu spät
Was kann Toggi nun zeigen? Der Satz startet wieder ausgeglichen, wobei das Heimteam zu einfach zu Punkten kommt. Toggi verlässt etwas der Mut und VFM agiert jetzt überzeugter und mit mehr Druck am Service (Asse), am Block und über die Mitteposition. Vom 8:10 kann VFM auf 14:23 stellen. Dann nimmt Buonavita sein Time-out und die Gäste starten eine Aufholjagd sondergleichen. Beim 21:24 flattern heute nicht nur die Fledermäuse sondern die Nerven, auffällig stark beim Staff des Heimteams. Leider endet die eindrückliche Aufholjagd mit einem zu zögerlichen Ball über die Schnur und so sagt VFM auf die Einladung zum 21:25 hin nicht nein. Toggi entwickelt in der zweiten Hälfte des Satzes zu wenig Druck, so kann VFM das Spiel ruhig aufziehen und punktet so auch mehr über die Mitte.

Tie-Break entscheidet
Kann Toggi die gute Schlussphase des vierten Satzes ins Tie-Break mitnehmen? Die Atmosphäre wird hitzig. Gelbe Karte für den Coach von VFM. Die Nerven hier liegen blank. Eigentlich toll, kann Toggi hier sichtlich ärgern mit seinem Auftritt. Toggi geht mit einem 7:8 Rückstand in den letzten Seitenwechsel und bewährt sich weiter im Hexenkessel von Saignelégier. Mit einem Ass steht es 10:10. Toggi legt gar 11:10 vor, wieder Ausgleich 11:11. Dann folgen zwei Blocks zum 11:13 und ein Angriff ins Out führt zum 11:14. Noch ist die Sauce nicht gegessen, Toggenburg wehrt zwei Matchbälle ab und verkürzt grandios auf 13:14. Hat auch die Chance auszugleichen, doch ein Block beendet nach über zwei Stunden ein dramatisches Volleyballspiel zum 13:15 und 2:3 für VFM.

Der Punktgewinn zeigt die Entwicklung von Wattwil, das sich in den letzten vier Matches kontinuierlich gesteigert hat. Toggenburg kann in entscheidenden Momenten zulegen, Sätze gewinnen und das Wettkampfglück des Gegners herausfordern. Dies brauchte VFM zu Halloween definitiv. Mit dem Punktegewinn auswärts zeigt Toggenburg, dass es sich auf Tuchfühlung mit dem Mittelfeld in der Meisterschaft befindet. Am 7. November empfängt Toggenburg den Tabellennachbar VBC Cheseaux um 17.30 Uhr im Hexenkessel Rietstein von Wattwil. Bereits um 14 Uhr spielt das Nachwuchsteam gegen Volley Aadorf (1. Liga, Gruppe D).

BIWI VFM – Raiffeisen Volley Toggenburg 3:2
Sätze: 24:26, 19:25, 25:17, 25:21, 15:13

Raiffeisen Volley Toggenburg: Jil Joos, Alina Marty, Laura Gassmann, Nataliya Herasymiv, Josefine Oines, Ema Stikic, Maia Rackel, Alina Morandi; Lara Özdemir, Felicitas Simma. MVP: Maia Rackel

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